Tan Like a Man – aber mit Lichtschutzfaktor!

Weißer Strand, türkisblaues Meer und keine Wolke am Himmel. Ihr liegt im neuen Bikini auf der Strandliege und lasst euch den ersten Drink des Urlaubs schmecken – So kann es für die nächsten zwei Wochen bleiben.

Wobei… da bleibt noch eine Frage zu klären! „Süßer, bist Du eingecremt?“  Der Blick wandert zum Mann eures Herzens, der sich auf der Liege neben Euch in die GQ vertieft hat. Er schickt Euch diesen Blick, den er sich beim Bernhardinerwelpen der Nachbarn abgeguckt hat: „Ooch nöö, bitte nicht, Baby, das Zeug klebt immer so eklig und macht so komisch weiß überall!“ Mit Grauen erinnert ihr euch an letztes Jahr, als er krebsrot vom Beachvolleyball zurückkam – Und Eure sündhaft teure Aftersun-Maske als kühlende Körperpackung benutzt hat: „guck mal, ist schon viel besser, das Zeug ist echt klasse!“ Ja, man muss ihn einfach gern haben, den Burschen!

urlaubAber dieses Jahr passiert all das nicht mehr, denn jetzt heißt es Tan like a Man!! Biotherm Homme hat sich zwei wirklich fantastische Sonnenprodukte für Herren ausgedacht. Beide mit Lichtschutzfaktor 30 (UVA/UVB Filter), eine federleichte Emulsion in der Tube für’s Gesicht und ein erfrischendes Spray für den Körper. Beide wasserfest und auch zum Nachcremen auf der feuchten Haut geeignet. Der Duft ist holzig-frisch und hat nichts von dem ganzen Kokos/Mangoaroma, das die Kerle oft so schrecklich finden. Die Texturen ziehen in Rekordgeschwindigkeit ein und hinterlassen keinen Film auf der Haut – Da klebt kein Sand am Mann! Trotz dem hohen Lichtschutz ist auch kein weißer Belag auf der Haut zu sehen – einfach perfekt!

Da frag ich mich doch, warum soll das nur für Männer sein?! Ich räche mich jetzt mal für die Aftersunmaske von letztem Jahr und benutz das coole Zeug einfach mit…Herr Ober, noch einen Aperol Spritz, bitte!

Tocca – der besondere Touch


Toccare bedeutet im Italienischen Berühren. Und ja, die Parfums dieser Marke berühren wirklich.

Geboren wurde die Idee für die Mode- und Parfummarke Tocca auf der karibischen Insel Santa Lucia. Dort nämlich trafen sich Edoardo Mantelli und Marianne Oudejan mit Freunden, um das neue Jahr zu feiern. Im Jahr 1994 entstand eine erste Kollektion, die gedacht war für die tropische Atmosphäre und den relaxten Lebensstil auf Santa Lucia. Bonbonfarbene Maxikleider aus Frottee und von indischen Saris inspirierte Minikleider punkteten nicht nur mit ihrem Design, sondern auch mit bezahlbaren Preisen – a Star was born!

1997 entstanden die ersten Düfte und Kerzen. Wir haben uns im Kobberger Headquarter of Beauty die vier schönsten aus dem Sortiment ausgewählt. Alle Parfums tragen Frauennamen. Mein absoluter Lieblingsduft: Cleopatra. Wie es sich für die große, ägyptische Verführerin gehört duftet sie betörend nach Jasmin, Pfirsich, Vanille und Ambra. Diese Diva kennt keine Gnade, und Cäsar liegt schneller am Boden, als er „veni, vidi, vici“ sagen kann. Dann haben wir Florence, eine lebenslustige Pariserin aus der Belle Epoque – Gardenie,Iris und Jasmin; man sieht sie direkt vor sich, wie sie im Moulin Rouge bei einem Glas Champagner Toulouse Lautrec den Kopf verdreht und er sie daraufhin sofort malen will – nur mit Ihrem wunderbaren Duft bekleidet natürlich! Als Nächste betritt Stella die Szene. Ungestüm und kapriziös fällt mir bei ihrem Duft sofort die junge Sophia Loren in „Hausboot“ mit Cary Grant ein – weiße Freesie, Moschus und Orchideen, she rocks! Zum Abschluss noch eine zarte, schüchterne Schönheit: Violetta. Veilchen und ein Hauch Sandelholz, ein wenig kindlich und sensibel… Stellt euch Frühling in Paris vor. Denkt an Leslie Caron in „Gigi“. Ja ja, ich weiß, mit mir gehen die Gäule durch. Aber das Zeug ist einfach wunderbar!!!

Der Knaller sind die sensationellen Duftkerzen. Die gehören in jedes Schlafzimmer auf’s Nachtschränkchen – so sexy! Außerdem gibt es von jedem Duft eine wahrhaft göttliche Körpercreme, eine passend parfümierte Handcreme (im stylishen Paris des Sonnenkönigs ging man nicht ohne aus dem Haus), sowie ein Delicate Laundry. Richtig gelesen: Es gibt tatsächlich ein Feinwaschmittel mit unserem neuen Lieblingsduft! Es kann für Handwäsche oder auch in der Waschmaschine genutzt werden, das hat doch mal Stil! Die Verpackungen sind rüschig-romantisch und wecken sogar in Amazonenköniginnen das Mädchen.

Vollsubjektive Ode an das Oberhemd – Teil 1

Lars Hallatsch

In der Zeit von fröhlich bedruckten T-Shirts, Polo“hemden“ und meist in touristischen Kontexten getragenen Muscle-Shirts mag selbst dem modisch ambitionierten Mann zuweilen der Gedanke abhanden kommen, sich in einem klassischen Oberhemd zu gewanden.

Ich selbst, ich will nun bekennen, habe mit Stolz und innerer Aufrichtigkeit jahrelang zum Anzug Polos eines ehemals renommierten französischen Labels getragen, bis mich meine ersten geschenkten Manschettenknöpfe und die sich nicht zum Besseren wandelnden Produktqualität bei besagtem Hersteller wieder auf den rechten Pfad geführt haben. Und nun will ich missionieren.

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Die Idee

Präambel:

Ein Oberhemd mit kurzen Ärmeln ist kein Oberhemd im Sinne gepflegter Kleidung. Es hat keine Manschetten. Es ist businessuntauglich. Es ist dateuntauglich. Es ist ein Un-Hemd. Dass das geklärt ist.

Tragen Sie unter einem edlen Anzug ein billiges, nachlässig gearbeitetes oder auch nur ungebügeltes Hemd (das darf nur Dr. House), wenn denn auch mit langen Ärmeln, ist das ganze Outfit entwertet, selbst eine elegant gebundene Krawatte reißt das nicht mehr heraus. Keine Krawatte zum Hemd ist übrigens eine Variante, die wir gar nicht erst diskutieren wollen.

Im Gegenteil aber lässt sich ein preiswerter Anzug von der Stange mit einem hochwertigen Hemd nicht nur aufwerten, sondern gleichsam adeln. Die Qualität des Hemdes strahlt über die Fehler des Anzuges hinaus, zieht die Blicke Ihres Publikum auf sich und gibt Ihnen dass Gefühl, einfach gut gekleidet zu sein.

Was aber macht ein solches Hemd aus? Man mag darüber trefflich streiten, nach hier vertretender Ansicht gibt es drei Aspekte bei der Hemdenwahl:

  1. Die Manschetten und der Kragen sind die Aspekte, denen Sie beim Aussuchen Ihres Oberhemdes größte Sorgfalt widmen sollten.
  2. Es gibt neben weißen und hellbusinessblauen Stoffen auch solche mit und in Farben. Auch für Sie. Auch für sie.
  3. Es gibt Optionen, z. B. die Auswahl der Knöpfe der Knopfleiste, eine Brusttasche oder ein Monogramm auf der Manschette. Und es gibt Gründe, auf das Eine und das Andere zu verzichten. Aber dazu kommen wir noch.

 Ad 1. Die Manschetten

Wikipedia sagt: „Eine Manschette ist ein fest angearbeiteter, durch Knopf und Knopfloch oder mit Durchsteck-Manschettenknopf zu schließender Ärmelabschluss.“

Aus Gründen, die sich weder erahnen noch herbeizerren lassen, gibt es also heute immer noch verschiedene Möglichkeiten, den Ärmel eines Hemdes um die Handgelenke zu schließen.

Nachdem aus unterschiedlichen Erwägungen, denen ein eigener Artikel zu widmen ist, vom Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der modebewusste, in der Neuzeit zumeist Hemden mit gestärktem Kragen und Manschetten tragende Mann mit Manschettenknöpfen (denen ebenfalls ein eigener Artikel vorbehalten ist) schmückte, verfiel diese Tradition wohl in den 1920er Jahren. Hierzu wird es wohl keinen eigenen Artikel geben.

Geblieben ist ein Quartett von Manschettenformen mit zwei Grundstrukturen:

Die einfachen Manschetten: Für den Träger eines Fracks taugen ausschließlich einfache, eben nicht umgeschlagene Manschetten, die mit einem Manschettenknopf geschlossen werden. Das ist im besten Sinne des Wortes einfach – einfach edel.

Ebenfalls einfach sind die sog. Kombimanschetten, die aber dem Konzept nach sowohl mit den angenähten Knöpfen als auch mit Manschettenknöpfen geschlossen werden können. So und so sehen diese Dinger greisslich und, mit Verlaub, so aus, als ob Bauer Heinrich ein Hemd für alle Fälle eingekauft hat.

Eine weitere Form der einfachen Manschette, und ebenfalls gänzlich inakzeptabel und zum Schütteln anti-elegant sind – schon von der Bezeichnung her – „Sportmanschetten“, absolut egal, ob sie mit einem, zwei oder – in Texas –  drei Knöpfen ausgerüstet sind.

Es ist weder nachvollziehbar, wo der namengebende sportliche Spirit im gewillkürt-schmucklosen Ende von Hemdsärmeln zu finden ist, noch ist außer für den zerstreuten Schussel unter den Herren kein Vorteil darin zu erblicken, dass diese Knöpfe fest angenäht sind. Diese Manschettenform ist in der nicht besten Bedeutung des Wortes schlicht und „einfach“.

Einfach ist nicht immer elegant, so dass wir übergangslos zur einzig wahren Form der Manschette kommen können: Der Doppel- oder Umschlagmanschette.

Es ist nicht allein die Tatsache, dass die Umschlagmanschette elegant, gefällig, schlicht nobel anzusehen ist. Man kann sie sogar historisch-sexy finden, einen herrlichen Anachronismus in sie hineininterpretieren, wenn Einem danach ist. Sie bietet doch schließlich dem Herrn eine der wenigen Möglichkeiten, sich mit individuellen – gar ererbten oder von wirklichen Freunden wohlfeil ausgesuchten und geschenkten -Pretiosen zu schmücken:

Geschlossen mit einem Manschettenknopf aus Edelmetall, mit oder ohne Steininlay, mit oder ohne Gravur, meinethalben aus Stahl oder farbiger Seide, erlaubt jeder Blick, jedes Folgen einer dezenten Geste, Ihrem Gegenüber, sich von Ihrem Stilbewusstsein, Ihrem individuellen Geschmack und dem kleinen bisschen Mühe zu überzeugen, dass die Auswahl der am betreffenden Tage angelegten Manschettenknöpfe verursacht hat.

Das Ganze hat Charme, Grazie und je nach Auswahl der Schmuckknöpfe auch Augenzwinkern. Ob sich dieser nun in Formen wie verschlungenen Knoten (hier ein Bespiel in Gold von Victor Meyer), ebenmäßiger Geometrie (Photo von Böcking), goldgefasster Halbedelsteine (Bulgari) oder – just british – gekrönter Totenköpfe aus Sterling-Silber ausdrückt, sei Ihrem Mut und Ihrer Tagesform geschuldet.

Probieren Sie sich aus, stimmen Sie Ihre Manschettenknöpfe mit Uhren, vielleicht einem Schmuckring, oder, wenn Sie Agent Smith sind, mit der Krawattennadel ab. It works.

Zur Vollständigkeit erwähnt sei noch die in unseren Breiten sehr selten zu sehende „neapolitanische“ Manschette: Hier handelt es sich um eine Doppelmanschette mit fest vernähten, übereinander angeordneten Knöpfen. Der umzuschlagende Stoffteil ist so gefertigt, dass er auch umgeklappt die Knöpfe freilässt – diese Manschettenform erscheint am ansehnlichsten an Damenblusen, offen gestanden, habe ich sie bei Herren nur in Filmen über die Zeit der französischen Revolution gesehen.

Der Kragen

Zurück zum Oberhemd. Nachdem nun die Wahl der Manschettenform alternativlos erarbeitet ist, wollen wir uns der Form des Kragens widmen.

Mit unterschiedlich klugen Namen versehen, bietet die gängige Auswahl u.a. folgende Varianten für das Tragen mit Krawatte: Den „Haifisch-Kragen“, der mit einer bis ins Extreme ausgeführten Spreizung der Kragenschenkel – die gerade an dicken Hälsen einen überaus nachteiligen Eindruck hinterlässt- daherkommt, den an Langeweile kaum zu überbietenden Standardkragen unserer Zeit, „Kentkragen“ getauft, den beim besten Willen „Das-ist-zu-viel!“ schreienden Piccadilly-Kragen mit goldenem Querstäbchen (siehe dazu: Jack Nicolson in Batman (1989)), und, zum Segen des Gentleman, auch die Form des Tab-Kragens, welche hier gut begründet favorisiert wird:

Ein Hemdkragen hat – vom Einsatz bei griechischem Regierungspersonal und Werbeträgern für Kapselkaffee abgesehen – vornehmlich die Aufgabe, einer Krawatte Basis und Rahmen zu sein.

Der Kragen soll den um den Hals zu legenden Krawattenstrang zur Gänze verdecken und faltenfrei führen, der „Ausgang“ des Kragens – also der Bereich zwischen den Schenkeln – ist als sicherer Hafen für den Knoten der Krawatte bestimmt.

Bei einem Tab-Kragen bekanntlich ist die Spreizung der Kragenschenkel auf die notwendige Winkelzahl beschränkt, die beiden Enden der Kragenschenkel werden unter der Krawatte mit einem Riegel per Knopf oder Druckknopf fixiert. Damit sitzt die Krawatte perfekt, leicht gehoben, leicht präsentiert, und genau so, wie es sein soll: Keine Lockerung im Knoten, kein Verrutschen zur Seite – eben fix. Und damit fertig.

Es kann also kein Zufall sein, dass ein vergangener Prince of Wales, ein akuter Kubicki und weitere Ikonen der Politik- und Medienlandschaft zu dem Schluss kommen: Nur ein Tab-Kragen kann aus einer Krawatte einen Strang der Souveränität machen, und nur ein Tab-Kragen verdient es, mit der beachtlichen Investition für eine seven-fold-Krawatte verbunden zu werden.

Wichtig ist übrigens, die Kragenweite genau auszuwählen. Der gängigen Vorstellung, zwischen geschlossenen Kragen und Hals müsse noch ein eingesteckter Finger passen, sollte das eigene Wohlgefühl vorgezogenen werden. Im Zweifel: Nie zu eng kaufen, sonst fühlt man sich zwangsläufig in sein Hemd eingesperrt.

So weit, so gut: Bis hierher sind Manschetten- und Kragenform trefflich gewählt.

Im zweiten Teil kommen wir zu Knöpfen, Farben, Monogrammen und klugen Überlegungen. Sie könnten die Zeit nutzen, um einmal Ihren Kleiderschrank auf Kurzarmhemden und Muscle-Shirts hin zu überprüfen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht fündig werden.

Auf bald !